Klimastreik: Zeit für eine menschenrechtskonforme Klimapolitik

amnesty logoAnlässlich des Globalen Klimastreiks am Freitag fordert Amnesty International von der neuen Bundesregierung eine Klimapolitik ein, die im Einklang mit den Menschenrechten steht. Die Menschenrechtsorganisation ruft alle Parteien und Kandidat_innen auf, ihrer menschenrechtlichen Verpflichtung nachzukommen, die globale Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen.

BERLIN, 22.09.2021 – Amnesty International solidarisiert sich mit der globalen Klimabewegung und ruft dazu auf, mit FridaysForFuture und einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis am Freitag unter dem Motto #AlleFürsKlima auf die Straße zu gehen, um für eine gerechte und konsequente Klimapolitik zu streiken.
 
Wenige Tage vor der Bundestagswahl unterstreicht Amnesty International die besondere menschenrechtliche Verantwortung, die die nächste Bundesregierung für die notwendige drängende Transformation trägt.
 
Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, sagt: „Die nächste Bundesregierung muss die Bekämpfung der Klimakrise entschieden voranbringen – und zwar im Bewusstsein, dass die Klimakrise auch eine Menschenrechtskrise ist. Der dringend notwendige Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft muss unter besonderer Achtung der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte umgesetzt werden. Eine klimagerechte Zukunft muss eine Zukunft mit gestärkten Menschenrechten sein.“
 
Die Klimakrise bedroht die Menschenrechte von Millionen Menschen – und ganz unmittelbar auch die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und Lebensgrundlagen vieler Gemeinschaften. Die Folgen der Krise verstärken bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen: Sie treffen marginalisierte Gruppen besonders hart. Dies dokumentiert Amnesty International in dem im Juni veröffentlichten Bericht „Stop burning our rights“.
 
Wohlhabende Staaten mit historisch hohen Emissionen – wie Deutschland – müssen deutlich schneller handeln. Dieser Pflicht kommt die Bundesrepublik jedoch nach wie vor nicht nach: Der für das Jahr 2038 vorgesehene Kohleausstieg kommt deutlich zu spät, die Verkehrswende wurde verschleppt und der Ausbau erneuerbarer Energien geht zu langsam.
 
Die politisch Verantwortlichen scheinen das Ausmaß der Krise nach wie vor zu unterschätzen: Auch wenn die Wahlprogramme die Klimapolitik unterschiedlich stark gewichten, hat keine der im Bundestag vertretenen Parteien ein Programm vorgelegt, mit dem Deutschland einen ausreichenden Beitrag zur Begrenzung der globalen Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad leistet. Amnesty International fordert die Parteien und Kandidat_innen auf, diese im Abkommen von Paris vereinbarte Grenze zu einem zentralen Orientierungspunkt ihrer Politik zu machen.
 
Alena Dietl, Klimaaktivistin bei Amnesty International in Deutschland, fordert: „Die neue Bundesregierung muss kompromisslos daran arbeiten, Klimagerechtigkeit herzustellen. Der 26. September sollte der Startschuss für eine klimapolitische Wende sein, mit der die Bundesregierung ihrer menschenrechtlichen Verantwortung endlich gerecht wird. Weder Menschenrechte noch geophysikalische Gesetze sind verhandelbar.“
 
Amnesty International fordert von der neuen Bundesregierung ein, die Klimakrise als Menschenrechtskrise anzuerkennen und eine 1,5-Grad-konforme Strategie vorzulegen. Das beinhaltet, die Subventionierung fossiler Brennstoffe sofort zu beenden und Unternehmen auf deutscher und europäischer Ebene rechtlich verbindlich dazu zu verpflichten, umfassenden menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten nachzukommen.
 
Auch auf internationaler Ebene muss sich die neue Regierung für eine ambitionierte Klimapolitik einsetzen; die Mittel der internationalen Klimafinanzierung müssen erhöht und strukturell benachteiligte Staaten unterstützt werden – zum Beispiel, um sich an die unvermeidbaren Folgen der Klimakrise anzupassen.
 
Beeko sagt: „Die neue Bundesregierung muss sicherzustellen, dass der dringend notwendige Wandel möglichst gerecht und diskriminierungsarm gestaltet wird. In der Transformation hin zu einer sozial-ökologischen Gesellschaft muss die Politik marginalisierte Menschen besonders berücksichtigen. Ungleichheiten dürfen sich nicht verstärken, sondern müssen abgebaut werden.“

Quelle: www.amnesty.de

Diesen Beitrag teilen, das Unterstützt uns, DANKE !

FacebookVZJappyDeliciousMister WongXingTwitterLinkedInPinterestDiggGoogle Plus

weitere Beiträge

Kunst und Kultur in Köln

27.04. - 10.11.2024 Chargesheimer


Chargesheimer Schildergasse Köln vor 1957Am 19. Mai 2024 wäre der Kölner Fotograf Chargesheimer (1924–1971), eigentlich Karl Heinz Hargesheimer, einhundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Museum Ludwig im Fotoraum eine Auswahl von rund fünfzig seiner Werke. Chargesheimer ...


weiterlesen...

Noch 3 Wochen bis zur ANGA COM 2024:


  • csm ANGA COM 2024 9f5665d3deKongressmesse für Breitband, Fernsehen & Online vom 14. bis 16. Mai 2024 in Köln
  • Programm mit mehr als 60 Panels und über 240 Sprecherinnen und Sprechern
  • Komplett kostenfreier Messe- und Kongresstag am Donnerstag, 16. Mai 2024 mit den Schwerpunktt...

  • weiterlesen...

    ANGA COM 2024: Jetzt anmelden für nur


  • csm ANGA COM 2024 9f5665d3deKongressmesse für Breitband, Fernsehen & Online vom 14. bis 16. Mai 2024 in Köln
  • Jetzt online: Programm der Innovation Stage in Halle 7 mit freiem Zugang für alle Besucher
  • Panels von Accenture, Egon Zehnder und des VATM für alle Messebesucher zugä...

  • weiterlesen...

    AUF IN DIE WELT-Messe zeigt:


    gap yearAUF IN DIE WELT-Messe in Köln am 20.04.2024: Viel Interesse an Schüleraustausch und Gap Year – nächste Messe in Köln am 15.06.2024

    Der Andrang der jungen Leute und ihrer Familien auf der Messe in Köln zeigte: Junge Leute wollen ins Ausland. Das be...


    weiterlesen...

    Ida Dehmel Kunstpreis der GEDOK 2024


    iris hoppeVerleihung des Kunstpreises an die Künstlerin Iris Hoppe und Ausstellung im Nassauischen Kunstverein in Wiesbaden.

    Der Ida Dehmel-Kunstpreis der GEDOK war 2020 zum 150. Geburtstag der Frauenrechtlerin und Kunstförderin Ida Dehmel (1870-1942) ins L...


    weiterlesen...

    222 Jahre Hänneschen-Theater


    Ausstellung Hänneschen Puppen in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln Foto KSKAusstellung vom 22. April bis 17. Mai 2024 in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt

    Köln, den 18. April 2024 Das Hänneschen-Theater begeht in diesem Jahr seinen 222. Geburtstag und möchte dieses besondere kölsche Jubiläum mit möglich...


    weiterlesen...
    @2022 lebeART / MC-proMedia
    toTop

    Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.