Lehre, die Fach- und Persönlichkeitsbildung verbindet
Eine Architektur-Datenbank inklusive physischer Bibliothek, ein neuer Ansatz für projektbasiertes Lernen, eine fakultätsübergreifende Lernarchitektur sowie ein KI-Tutor als kritischer Begleiter: Für diese Ideen hat die TH Köln die mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Lehrpreise und den mit 2.500 Euro dotierten Studienpreis verliehen.
Der Wettbewerb würdigte dieses Jahr Beiträge, die sich auf dem Weg zur transformativen Lehre in herausragender Weise mit dem Thema „Hochschule als Lernfeld – Studieren zwischen Fach- und Persönlichkeitsbildung“ auseinandersetzten. Die Jury zeichnete drei Einreichungen mit dem Lehrpreis sowie eine Einreichung mit dem Studienpreis aus.
Die Gewinner des Lehrpreises
„Timber Joint Database“
In einem über fünf Semester gewachsenen Lehrfeld an der Fakultät für Architektur der TH Köln – in Kooperation mit der TU Delft – werden Studierende systematisch zu Ko-Autoren einer öffentlich nutzbaren Wissensressource gemacht: der TimberJoineryDatabase und ihrer physischen Holzverbindungs-Bibliothek. Die Lehre beim eingereichten Projekt verteilte sich auf sechs Module zwischen 2023 und 2025 und fand ihren Höhepunkt im Auftritt auf der Dutch Design Week 2025. Studierende wurden so zu Mitgestalter, zudem vermittelten sie Lehrinhalte für nachfolgende Kohorten.
„Verbundene Kontexte“
Im Lehrformat wurden die Kurse Making of Things und Internet of Things als gemeinsames Studioformat verbunden. Gestaltung, Material, Prototyping, Coding, Sensorik und Netzwerkprotokolle griffen im Projektprozess ineinander. Studierende entwickelten eigene vernetzte Objekte und setzten sich dabei mit der Frage auseinander, welchen gestalterischen oder sozialen Mehrwert technische Artefakte haben können. Das Forschungsinteresse der Lehrenden war: Wie nutzen Studierende mit unterschiedlichen Voraussetzungen einen informellen Lernraum innerhalb eines projektbasierten Lehrkonzepts?
„Doppelt gelernt“
Im Zentrum der Einreichung steht eine fakultätsübergreifende Lernarchitektur, in der Studierende der angewandten Sozialwissenschaften ingenieurwissenschaftliche Teams als Prozessbegleiter unterstützen. Fachliche Projektarbeit, reflexive Persönlichkeitsbildung, Rollenklärung und Teamkompetenz werden systematisch verbunden. Das Format reagiert auf eine hochschuldidaktische Herausforderung: Fachliche, soziale und organisationale Anforderungen werden im Studium häufig getrennt bearbeitet. Die Kooperation schafft einen Reflexionsraum und ist als Pilotprojekt auf Evaluation, Weiterentwicklung und Verstetigung angelegt.
Der Gewinner des Studienpreises
“Learning to Think in the Age of AI”
Ein KI-Tutor soll Studierende dabei begleiten, eigene Lösungen zu finden – und nicht schnelle Antworten geben. Die Jury sieht diesen Ansatz als erstrebenswert an, eine KI zu entwickeln, die nicht nur Antworten gibt, sondern so differenziert befragt werden muss, dass die Studierenden zur Informationsaufnahme, Reflexion und Anwendung des Wissens animiert werden. Die Einreichung mache deutlich, wie die Erfahrungen des Studierenden für eine Entwicklung eines passenden Tools berücksichtigt werden sollten.
Quelle: www.th-koeln.de
Abbildung: Die Gewinner des Lehrpreises mit Prof. Dr. Axel Faßbender, Vizepräsident für Lehre und Studium der TH Köln (4. v. r.). (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)